Die Stille Straße 10 in Berlin-Pankow ist zurzeit Gegenstand der Auseinandersetzung zwischen dem Volk und seinem erwählten Vertretern. Das Volk ist vertreten durch die 340 Nutzer des Hauses, das, wenn man auf der Seite der Senioren steht, als Seniorenbegegnungsstätte bezeichnet wird. Hier planen sie ihre Aktivitäten zur Freizeitgestaltung - wie Englischkurse, Gymnastikgruppen, Lesezirkel, gemeinsame Frühlings- Sommer- und Herbstfeste, Wanderungen und Ausflüge, oder sie spielen ganz einfach Karten, Schach oder grillen und tanzen. Dies alles machen sie in den Räumen einer Villa, in der, wie es in manchen Medien übertrieben wird, einst Erich Mielke residiert hat, als das Haus noch Volkseigentum war. Doch nun ist es Bezirksbesitz und Eigentum des Landes. Auch das Land repräsentiert schließlich das Volk, aber mit anderen Zielen. Ihm geht es um die hohen Kosten, die mit jährlich unterschiedlichen Beträgen in der Presse beziffert werden. Sagen wir einmal 60.000 € im Jahr, die das Haus für den Bezirk verursacht, fallen an, damit das Haus geheizt, der Garten gepflegt, und so manch anderes am und im Haus instand gehalten wird. Dafür ist ein Hausmeister zuständig, der ab und zu auch einmal vorbei schaut, um, wie in einem Fall belegt, Schlösser auszuwechseln, damit der Teil des Volkes, der sich hier vorgeblich zu Unrecht in den Räumen aufhält, das Haus nicht mehr betreten kann. Die „Villa“ soll unbewohnt sein, damit sich der Liegenschaftsfonds des Landes sich um den Verkauf kümmern kann.

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Die Senioren, in der Presse auch älteste Hausbesetzer Deutschlands genannt, haben sich vor Jahren zu einem Verein zusammengeschlossen. Dieser Verein hat Tradition. Als einst die Kumpels im Ruhrgebiet noch mit 60 vorzeitig „verrentet“ wurden, damit sie die paar Jahre trotz Staublunge bis zu ihrem Tod vielleicht noch so etwas wie den Ruhestand genießen konnten, haben sich die noch Aktiven unter ihnen zum Verein zusammengeschlossen. Sie wollten nicht zu Hause in der Stube hocken und ihre Freizeit mit Arztbesuchen ausfüllen. So wurde diese Idee weitergetragen. Heute, Jahrzehnte später, werden Senioren etwas älter. Mich persönlich freut das sehr. Wer allerdings diese aktiven Alten als störenden Kostenfaktor versteht, den man so schnell wie möglich günstiger auf beliebig andere Freizeiteinrichtungen verpflanzt oder aber in ihren Wohnungen vereinsamen lässt, zaubert zuweilen gewichtigere Argumente aus dem Hut als im Zusammenhang fast lächerlich erscheinende 60.000 € jährliche Betriebskosten. Kleckerbeträge, von denen der Bezirk eh nur 32.000 € stemmt, denn die Senioren bezahlen den Rest. So wird dann eben argumentiert, das Haus sei eben nicht seniorengerecht, und für eine Komplettsanierung müssten mindestens 2,5 Millionen aus der ohnehin leeren Bezirkskasse genommen werden.

Natürlich haben auch die Senioren die Sanierung des Gebäudes durch Architekten schätzen lassen. Sie können raten, welcher Betrag dabei heraus gekommen ist. (Ich will es Ihnen verraten: Es ist knapp ein Fünftel der vom Bezirk errechneten Summe.)

 

Werden die Senioren in ihrem Haus bleiben, denn das Haus gehört ja gewissermaßen noch dem Volk – oder werden sie entwurzelt? Diese Frage steht momentan auf der Tagesordnung, und das Volk, vertreten durch die Nutzer des Hauses und ein paar Volksvertreter, vertreten durch die demokratischen gewählten Repräsentanten, die in diesem Schauspiel zu entscheiden haben, werden sich sicherlich noch zu Genüge in die Haare bekommen. Aber es sind schon Hoffnungszeichen erkennbar. Der Bezirk will die Senioren nicht durch eine polizeiliche Zwangsmaßnahmen räumen lassen. Das verwundert nicht, weil die Senioren aus der Stillen Straße 10 inzwischen in allen Zeitungen vertreten sind. Senioren haben eben ein pressewirksames Etwas, das man sehr gut vermarkten kann. Bildzeitung, Spiegel TV, ZDF und RBB geben sich die Klinke in die Hand und Politiker, vor allem von der Partei DIE LINKE, sind regelmäßig anwesend.

Die Piratenpartei hat sich mit einem großen Blumenstrauß bei den Senioren dafür entschuldigt, dass ein Repräsentant aus den eigenen Reihen wider besseres Wissen der Vorlage des Bezirks in der BVV, das Haus zu verkaufen, blind zugestimmt hat.

Bedauerlicherweise steht das Haus in der Stillen Straße 10 nicht unter Denkmalschutz. Wäre es so, so könnte man es nicht so leicht an den nächsten meist bietenden Investor veräußern. Leider haben die Vorgängerregierungen es aber versäumt, das Haus auf einer soliden rechtlichen Grundlage über einen Nutzervertrag mit dem Verein für die Senioren – auch bei wechselnden politischen Mehrheiten – abzusichern.

Im Verkaufsfall würde der Bezirk Pankow nur 20% vom Kaufpreis erhalten, das Land Berlin die restlichen 80%. Bei den zu erwartenden Mehrausgaben, die dem Land bei der Rekommunalisierung der Wasserbetriebe und der Bauverzögerung beim Flughafenausbau drohen, noch nicht einmal ein Tropfen auf den heißen Stein. Das Grundstück würde in Investoreneigentum überführt und man könnte die nächste Luxusvilla direkt neben der schon existierenden errichten. Der Majakowskiring hat sich in wenigen Jahren dem Häuslebauer aus der gehobenen Mittelschicht oder dem Großverdiener erschlossen. Die alten, noch nicht neu verputzen Häuser aus Volkseigentumszeiten stören das Bild. Welcher wohlhabende Zugezogene, um eine feine Adresse bemüht, spielt nicht mit dem Gedanken, den weißen Kuben, die in Die Stille Straße 10 ist Gegenstand der Auseinandersetzung zwischen dem Volk, vertreten durch die 340 Nutzer des Hauses, das, wenn man auf der Seite der Senioren steht, als Seniorenbegegnungsstätte bezeichnet wird. Sie planen ihre Aktivitäten zur Freizeitgestaltung - wie Englischkurse, Gymnastikgruppen, Lesezirkel, gemeinsame Frühlings- Sommer- und Herbstfeste, Wanderungen und Ausflüge oder sie spielen ganz einfach Karten, Schach oder Grillen und Tanzen - in den Räumen einer, wie es in manchen Medien übertrieben wird, Villa, in der Herr Erich Mielke gewohnt hat, als das Haus noch Volkseigentum war. Doch nun ist es Bezirksbesitz und Eigentum des Landes. Auch das Land repräsentiert schließlich das Volk, aber mit anderen Zielen. Ihnen geht es um die hohen Kosten, die das Haus für den Bezirk verursacht und mit jährlich unterschiedlichen Beträgen in der Presse beziffert werden. Sagen wir einmal 60.000 € im Jahr fallen an, damit das Haus geheizt, der Garten gepflegt, und so manch anderes am und im Haus instand gehalten wird. Dafür ist ein Hausmeister zuständig, der ab und zu auch einmal vorbei schaut, um Schlösser auszuwechseln, damit der Teil des Volkes, der hier zu unrecht sich in den Räumen aufhält, nicht mehr ins Haus kann und die „Villa“ leer wird, weil dann der Liegenschaftsfond des Landes sich um den Verkauf kümmern kann.deDie Stille Straße 10 ist Gegenstand der Auseinandersetzung zwischen dem Volk, vertreten durch die 340 Nutzer des Hauses, das, wenn man auf der Seite der Senioren steht, als Seniorenbegegnungsstätte bezeichnet wird. Sie planen ihre Aktivitäten zur Freizeitgestaltung in den Räumen einer, wie es in manchen Medien übertrieben wird, Villa, in der Herr Erich Mielke gewohnt hat, als das Haus noch Volkseigentum war. Doch nun ist es Bezirksbesitz und Eigentum des Landes. Auch das Land repräsentiert schließlich das Volk, aber mit anderen Zielen. Ihnen geht es um die hohen Kosten, die das Haus für den Bezirk verursacht und mit jährlich unterschiedlichen Beträgen in der Presse beziffert werden. Sagen wir einmal 60.000 € im Jahr fallen an, damit das Haus geheizt, der Garten gepflegt, und so manch anderes am und im Haus instand gehalten wird. Dafür ist ein Hausmeister zuständig, der ab und zu auch einmal vorbei schaut, um Schlösser auszuwechseln, damit der Teil des Volkes, der hier zu unrecht sich in den Räumen aufhält, nicht mehr ins Haus kann und die „Villa“ leer wird, weil dann der Liegenschaftsfonds des Landes sich um den Verkauf kümmern kann.n letzten Jahren in der Nachbarschaft errichtet wurden , seinen eigenen Wohnwürfel hinzuzufügen. Naturverträglich, ökologischnatürlich!

 

Vielleicht lässt sich doch noch eine verträgliche Lösung finden, obwohl die Verhandlungsbereitschaft des Bezirks eher als gering einzustufen ist. Seitdem die GRÜNEN und die SPD die Überhand in der Verwaltung der städtischen Bezirke ausgekungelt haben, hat sich so gut wie nichts verändert. Beide Parteien halten, so ist mein Eindruck, von der Demokratie genau so viel wie ein bürokratischer Entscheidungsapparat von menschlichen Belangen. Berufsdemokraten sind hier am Werk.

Wäre es nicht eine gute Idee, der verhinderten Regierenden, Frau Künast, über das Grünen-App, das zwecks Bürgernähe zum letzten Wahlkampf implementiert wurde, eine kleine Nachricht zu schicken: Stille Straße 10, Rettung erwünscht. Die/der BürgerIn

 

© GOO, Juli 2012

 

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