Friede den Hütten

Mensch und Gesellschaft: Pauperes

  1. Die Armen (Pauperes)

Die Armen sind eine Menschengruppe, die jeder zu kennen glaubt. Ist die Gruppe sehr groß, so spricht man von Pauperismus. Es handelt sich um aggressive und teilweise lästige Wesen, die an Straßenecken herumlungern, betteln oder aber in Armenküchen anstehen. Es ist schon bekannt geworden, dass manche in Horden über Pflaumenkuchen oder Wurstaufschnitt herfallen. Aber letztendlich sterben sie alle elendlich in den Quartieren, die unser Sozialstaat für sie bereitgestellt hat.

Andererseits gibt es soziale Arten unter ihnen, die sich auf völlig untypische Art zusammenschließen, um Gehör zu finden. Dazu nutzen Sie jede Gelegenheit, sich lautstark in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Manche sind eher schlanker, was auf fehlende Nahrung zurückzuführen ist, aber auch genetisch bedingt sein kann. Andere wiederum sind überaus dick, was nicht nur genetisch Ursachen hat sondern vor allem der falschen Ernährung geschuldet ist. Das Wissen um die Essgewohnheiten der Armen hilft, manches Vorurteil zu entkräften, das vielleicht am Stammtisch oder beim Kaffeeklatsch gepflegt wird. Tatsächlich handelt es sich überwiegend um nützliche Lebewesen. Bedenke: Gäbe es die Armen nicht, könnten wir nicht zeigen, wie gut wir sind!

Wie andere Menschenarten auch pflanzen sich die Armen fort. Dies tun sie zum Leidwesen der Gesellschaft, denn sie sind nicht grundlos arm. Ihre Armut ist auf einen mangelnden Intelligenzquotienten zurückzuführen, weshalb Bildung in dieser Gruppe zwecklos ist. Einige unter den Armen sind immerhin gute Fußballspieler, Boxer oder Leichtathleten und eignen sich somit auch hervorragend für den Einsatz in Krisengebieten. Deshalb kann man in dieser Bevölkerungsschicht wenigstens die Hoffnung aufrecht erhalten, dass der Sinn des Lebens ist, nicht arm zu werden oder arm zu sein. Merke: Nur wer unten ist, kann aufsteigen!

Solange aber die ungehemmte Fortpflanzung nicht eingedämmt wird, kann man davon ausgehen, dass sich diese Bevölkerungsgruppe stetig vermehren wird. Dies wird letztendlich dazu führen, dass die Gesellschaft durch die Armen gesättigt ist. Zur Untermauerung dieser These ziehe man die wissenschaftlichen Studien von Sarinus Sarrazinus zu Rate. Deshalb ist es ratsam, das Kindergeld oder andere Zuwendungen, die als Honorierung für die Erziehung gut bürgerlicher Existenzen gedacht sind, in dieser Gruppe gänzlich zu streichen. Dies verhindert die unkontrollierte Vermehrung und führt somit zu einer ausgeglichenen Gesellschaft.

Doch Vorsicht ist auch bei solchen Maßnahmen geboten. Schließlich sind die Armen nützlich für Handlangerdienste und eine erstrebenswerte Einnahmequelle für Stiftungen, Vereine, die Kirche und andere wohltätige Organisationen. Die Industrie mit den Armen floriert. Es gibt schon Armenkaufhäuser und Ferrari plant bereits, ein Modellauto für Arme in China zu bauen. Eine gänzliche Ausrottung der Armen würde zu einem wirtschaftlichen Ungleichgewicht führen. Deshalb sollte man die Ausgrenzung, Ungleichstellung und Verfolgung nicht zu weit treiben.

Die großen Unterschiede in Hautfarbe, Größe, Geschlecht und Haarfarbe weisen darauf hin, dass es sich bei den Armen nicht um eine geschlossene Gruppe handelt. Die Armen sind deshalb nur ein umgangssprachlicher und kein wissenschaftlicher Begriff. Im wissenschaftlichen Sinne sollte man nicht von den Armen oder dem Lumpenproletariat sprechen, weil nicht alle Armen arbeiten gehen. Prekariat ist ein besserer Begriff, der einerseits die Armut und andererseits die Schutzlosigkeit dieser Gruppe ausdrückt.

Die Gruppe der Armen hat sich zu einem neuen Staat entwickelt. Hier finden wir die Arbeiter, deren Aufgabe es, ist die Königin zu versorgen. Die Arbeiter sind ständig auf der Suche nach lebender Beute und benutzen dazu verschiedenen Beutetechniken. Manche überfallen Banken oder schießen aus dem Auto. Andere betäuben ihre Beute, um sie lebendig an die Königin zu verfüttern oder aber, bei vereinzelt lebenden Armen, ihren Nachwuchs damit groß zu ziehen. Dieser hat ständig die Mäuler geöffnet oder schafft sich durch das sogenannte Hungerkratzen bei den Arbeitern Gehör. Der Transport der Beute erfolgt zu Fuß, falls sie leicht genug ist, um sie zu tragen, oder mit dem Auto, wenn es sich um schwere Beute handelt. Die Jagdtechnik der Armen ist in manchen Landesteilen sehr effizient, weil energiesparend. Zum Aufspüren der Beute benutzen die Armen alle Sinne, die ihnen zur Verfügung stehen.

Ergo: Die Gruppe der Armen bedarf einer besonderen Behandlung und gegen das Vorurteil mancher Bevölkerungsschichten ist arm nicht gleich arm.

© GOO, Juni 2010

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